Leserreise Irland 3: 20. bis 27. August 2007

"Dritte" Grüne Insel-Träume


Ein Reise-Rückblick von Doris Maier, Redaktion NEUES LAND

"Reisen veredelt den Geist und räumt mit allen unseren Vorurteilen auf" meinte schon Oscar Wilde, der einen wichtigen Punkt menschlicher Lebenshaltung anspricht: die Offenheit anderen Kulturen gegenüber, die zugleich die Verwurzelung mit der Heimat neu belebt. Einmal mehr hat die NL-Leserfamilie Herz und Sinn für Fremdes geöffnet und Weitblick bewiesen. Herausragend waren die gute Stimmung und der Humor!


Tag 1: Dublin


Irlands Haupt- und größte Stadt Dublin, deren Name sich vom veralteten gälischen Dubh Linn („schwarzer Tümpel“ oder „schwarzer Sumpf“) ableitet, liegt an der Ostküste der Insel, wo der Fluss Liffey in die Dublin Bay mündet und ist auch Sitz der Regierung. Die Liffey teilt die Stadt in den ärmeren, weniger attraktiven Norden („Northside“) und in die feineren Gegenden im Süden („Southside“), wobei die städtebildlichen Unterschiede heute nicht mehr ganz so gravierend erscheinen.

Dublin wurde Mitte des 9. Jahrhunderts von den Wikingern gegründet, dann kamen die Anglo-Normannen, wodurch auch das damalige Stadtbild geprägt war: Innerhalb der Stadtmauern befanden sich die Engländer, daher hieß dieser Teil „English Town“, außerhalb der Stadtmauern war der irische Teil der Bevölkerung untergebracht, der das Gebiet der „Irish Town“ beschrieb. Eine erste Blütezeit Dublins liegt im 12. Jahrhundert, unter der Führung des englischen Königs Heinrich II. Im 16. Jahrhundert konnten die Engländer von Dublin aus den irischen Widerstand brechen. Nach den katastrophalen Niederlagen der Iren (wie z.B. in der 1690 geschlagenen Schlacht am Boyne) begannen die Engländer, ihren neuen Machbereich auch äußerlich durch städtebauliche Maßnahmen sichtbar zu machen, was wiederum im 17. und 18. Jahrhundert durch prachtvolle georgianische Bauten zum Ausdruck kam.

Bis heute prägen georgianische Häuser aus dem charakteristischen roten Backstein das Stadtbild:
rote Ziegelbauten mit drei Stockwerken und – was ganz „typisch irisch“ ist – kräftig-bunte (aber jeweils einfarbig gehaltene) Türen. Früher sollen alle Türen rot gewesen sein. Aber Erfahrung macht klug...




Die Legende erzählt, dass ein Mann, als er des Nächtens heimkam, einen anderen Mann im ehelichen Bett erwischt habe, worauf er den vermeintlichen Nebenbuhler sofort erschossen habe. Erst am nächsten Morgen hätte sich herausgestellt, dass er sich im falschen Haus befand. Seither bestünden die Frauen (!) darauf, dass die Haustüren unterschiedliche Farben haben…


Pubs


Kein Zweifel, das Trinken gehört in Irland – und hier natürlich besonders auch in den Städten wie Dublin usw. – zum guten Ton. Das Pub als Treffpunkt, als Ort der Kultur, als kleine Welt, in der Traditionen gelebt werden, ist ein fixer Platz des sozialen Lebens. Die Kurzbezeichnung „Pub“ leitet vom „Public House“, einem der Öffentlichkeit zugänglichen Haus, ab und gilt sozusagen als „Wohnzimmer der Iren“. Musik und Kommunikation gehören zur Kultur der Irish Pubs, in den Städten prägt Livemusik (in unterschiedlichen Stilrichtungen) das Bild. Das dunkle, bittere und dickflüssige Guinness muss man als Irland-Tourist auf jeden Fall zumindest probiert haben, wem’s nicht so behagt, der ist beim Smi(th)wick’s (einer Art Mischbier) oder dem guten alten Lager besser aufgehoben. Aber es gibt natürlich auch noch viel anderes auszuprobieren… Ob Whiskey (davon noch später) oder auch Irish Coffee und mehr: Die kulinarische Entdeckung Irlands ist nicht nur in Dublin eine eigene Erfahrung!


Wie immer oder wie intensiv und lange mittags bzw. des nächtens man in dieser Woche auf der Suche nach fester sowie flüssiger Nahrung unterwegs war, eines ist auf jeden Fall festzuhalten: Interessant war auch diese Erfahrung! Und als Ratschlag Nachtschwärmern ins Stammbuch geschrieben: Wenn im Pub das Licht zu flackern beginnt, sollte man die letzte Runde – „last order“ – bestellen!





Slainté! Zum Wohl!
Slainté! Zum Wohl!
Slainté! Zum Wohl!
Slainté! Zum Wohl!






O’Connell Street


Sie ist die Hauptverkehrsstraße Dublins und zugleich eine von Europas breitesten Straßen. Bis in die frühen 20er Jahre hieß sie „Sackville Street“, bis man sie zu Ehren von Daniel O’Connell, einem nationalistischen Führer des frühen 19. Jahrhunderts, umbenannte. Stolz blickt O’Connell in Form einer Statue auf den Fluss Liffey.


Spire


Seit 2003 hat die Stadt ein neues Wahrzeichen: der 120 Meter hohe „Spire“, der vom britischen Architekten Ian Richie vor dem Hauptpostamt in der O’Connell Street prangt und des Nächtens beleuchtet ist. Funktion hat die imposante Metallnadel aus glänzendem Edelstahl im Grunde keine… Manche sprechen von ihr auch als vom „stiletto in the ghetto“.


Trinity College






1592 von Königin Elisabeth I. gegründet, „um die Iren zu zivilisieren“ (wobei hier protestantische Studenten Einlass fanden), gilt das Trinity College bis heute als renommierte Universität und verlockt jedes Jahr große Besucherströme aus der ganzen Welt zum Einatmen der besonderen irischen Universitätsluft. Einst dienten die Gebäude als Augustinerkloster. Einer der ganz berühmten Studenten, der hier zu nennen ist, ist der Weltliterat Samuel Beckett.

Die Hauptattraktion und weithin bekannte (und daher natürlich auch viel besuchte) Sehenswürdigkeit im Trinity College ist die 1732 erbaute „Old Library“ („Alte Bibliothek“), in der neben 200.000 alten Texten auch das berühmte „Book of Kells“ mit seinen illuminierten Handschriften (4 Evangelien mit Verzierungen, über 2000 Initialen) zu Hause ist. Und der erste Eindruck beim Betreten des so genannten „Long Room“ (Bild Mitte) – einem 64 Meter langen Raum, in dem die wertvollsten Bücher aufbewahrt sind – zählt wohl zu den spektakulärsten Bildern, die dem Besucher zweifelsohne noch sehr lange in Erinnerung bleiben.


St. Patrick's Cathedral


Die protestantische „Church of Ireland“, die lange Zeit als „Kirche des Volkes“ galt, ist die größere der beiden Kathedralen in der Stadt Dublin. Und doch ist sie nicht Bischofssitz, dessen sich die etwas kleinere, zweite Hauptkirche Irlands, die Christ Church Cathedral (sie wurde einst von den Engländern genutzt) rühmen darf. St. Patrick’s Cathedral wurde Ende des 12. Jahrhunderts – außerhalb der Stadtmauern aus Holz gebaut – zur Kathedrale. Die ursprüngliche kleine Holzkapelle, die nahe einer Quelle stand, diente vermutlich dem Heiligen Patrick um 450 zur Taufe bekehrter Gläubiger. Ein Brand in den 1860er Jahren machten eine größere Sanierung notwendig, was Sir Benjamin Guinness zu großen finanziellen Gönner berief (eine ihm gewidmete Büste gibt Zeugnis davon). Damit stammt ein Großteil der Mauern und Verzierungen der St. Patrick’s Cathedral aus dem viktorianischen Zeitalter. In Ermangelung dokumentarischer Nachlässe ist heute wenig bekannt, welche Teile des Gebäudes nun tatsächlich noch aus dem Mittelalter stammen.

Der Schriftsteller und Satiriker Jonatahn Swift, bekannt als Autor von Gullivers Reisen, stand von 1713 bis 1745 als Dekan der Kathedrale vor und liegt hier auch begraben.



Schon von außen ein wirklich imposantes Gebäude:
die St. Patrick's Cathedral
Kirche und Weltlichkeit eng nebeneinander: Sir Benjamin Guinness grüßt vor St. Patrick's Mauern.


Tag 2: Ballard Farm / Clonmacnoise


Ballard Farm


Die Familie von Pat Lawlor ist bereits 1844 als Pächter (Grundbesitzer waren Engländer) aus dem Süden nach Kilbeggan gekommen. Erst 1922, als Irland ein eigener Staat wurde, hat sich diese Situation geändert. Heute gibt es keine Großgrundbesitzer, sondern Familienbetriebe. War England vormals Feindbild Nummer eins (vergleiche dazu auch die Geschichte), so ist es heute der wichtigste Handelspartner.

Die Ballard Farm umfasst 120 Hektar, seit 1999 wird im Biobetrieb gearbeitet. Es gibt Rinder für die Fleischproduktion und Getreideanbau, der ausschließlich als Futtermittel für die eigenen Tiere dient. Biobauer ist Pat Lawlor auch aus finanziellen Gründen geworden; es bedeutet zwar eine größere Herausforderung, aber auch großen Gewinn; und dieser ist nicht nur finanziell zu sehen!




Pat Lawlor...
...und sein Betrieb...
...überzeugten auch Karin.

Clonmacnoise


Als Gründer der alten Klosteranlage wird der Heilige Cieran genannt, der diese im Jahre 548 n. Chr. fertig stellte. Clonmacnoise’s Aufschwung konnte er nicht mehr erleben, denn er starb – 33jährig – vier Jahre später.



Ausschlaggebend für den Standort war nicht zuletzt auch der Fluss Shennon (Bild links), der als wichtiger Hauptverkehrsweg zur damaligen Zeit galt. 1552 wurde Clonmacnoise völlig zerstört. Charakteristisch ist hier der Rundturm (dt. Name „Glockenhaus“), den es nur in Irland zu sehen gibt. Das Dach wurde durch Blitzschlag zerstört und fehlt bis heute. Der Eingang zum Turm befindet sich mehrere Meter über dem Boden und war nur durch Strick- oder Holzleitern erreichbar. Fünf mal täglich riefen die Mönche mittels Glocken zum Gebet. Der Rundturm befindet sich an höchster Stelle des Klosters und war somit weithin sichtbar. Diese Bauweise bot natürlich auch Schutz vor Feinden.


Das älteste Hochkreuz (Bild oben links), dessen Nachbildung an der Originalstelle der Klosteranlage aufgebaut wurde (das Original steht – wie andere Objekte auch – im Innenbereich und ist dadurch vor Verwitterung und Zerstörung geschützt), stammt aus dem 8. Jahrhundert. Für dieses am besten erhaltene Hochkreuz Irlands, dessen Entstehung mit Anfang des 10. Jahrhunderts datiert ist, gibt es verschiedene Deutungen; aus diesem Grund trägt es auch verschiedene Namen: „Westkreuz“ (nach der Ausrichtung) oder „Kreuz der Heiligen Schrift“ (nach den dargestellten Bibelszenen).

Aber auch die zahlrichen anderen Kreuze (Bild oben Mitte) ziehen die Blicke der Besucher auf sich. Beeindruckend ist die gesamte Kulisse dieser Gedenkstätte, die als touristischer Höhepunkt natürlich bei keiner Irland-Reise fehlen darf.

Auch Chefredakteur Hans Putzer (Bild oben rechts) zeigte sich ob der stillen, jahrhundertealten, steinernen Zeugen beeindruckt. Wie klein wird doch der Mensch in der Relation zur Geschichte, die mit Hilfe solcher Stätten lebendig bleibt.




Die Kathedrale stammt aus dem 10. Jahrhundert. Das Nordportal wurde im 15. Jahrhundert im gotischen Stil errichtet. Eine Besonderheit hier ist der akustisch interessant gestaltete „flüsternde Torbogen“ (Bild oben), der einst die Abnahme der Beichte erleichtert haben soll, da man als reuiger Sünder sich leichter tat, seine Verfehlungen mit dem Rücken zum Beichtvater zu gestehen.


Tag 3: Connemara / Galway


Bereits auf dem Weg nach Clifdon findet man beeindruckende Fotomotive. Da dürfen ausgiebige Fotostopps natürlich nicht fehlen, zumal die irischen Sonnenstrahlen verständlicherweise ihren eigenen Reiz ausüben…



Über Stock und Stein, das nimmt man auf der Jagd nach bleibenden Reiseeindrücken in Form von landschaftlichen Fotomotiven gerne in Kauf. Und das Beinevertreten zwischendurch macht auch die Qualen längerer Busfahrten zunichte.


Connemara Landschaft


Die Landschaft dieser Halbinsel ist wieder so ganz anders als in übrigen Teilen Irlands. Charakteristisch sind hier die Deckenmoorflächen, die rund zwei Meter Tiefe erreichen und Torf zur Wärmegewinnung liefern. Der Abbau erfolgt meist händisch mittels eigenem Spaten, mit dem man ziegelförmige Stücke heraussticht, diese trocknet und dann in Plastik verpackt. Die Torfziegel werden dann als Brennmaterial im offenen Kamin verwendet.

Eine Augenweide im wahrsten Sinne sind hier die großen, violett blühenden Heidekrautflächen (bei uns als „Erika“ bekannt), die im Wechsel mit dem gelben, niedrig bleibenden Stechginster eine harmonische Einheit bilden. Wer in diesem Gebiet kräftige, satte Grüntöne sucht, wird hingegen nicht viel finden. Die vorherrschende Farbe ist hier eher im Ockerbeige gelegen, die landschaftlichen Formationen erinnern an unsere heimischen Almlandschaften; wenn auch natürlich Irland keine wirklichen Hochgebirge vorweist, so gibt es hier doch weitläufige Bergzüge, die häufig mit beeindruckenden Licht-Schatten-Spielen durch Wolkenzüge bezaubern.


Connemara Smokehouse



„… wo die Kühe selbst Urlaub machen…“, damit ist das allgemeine Empfinden wohl treffend beschrieben, als die Station der höchst professionell funktionierenden irischen Lachsräucherei des Familienbetriebes von Graham und Saoirse Roberts erreicht war.
So manch einem entschlüpfte ein humorvolles Schmunzeln ob der sich am idyllischen Sandstrand liegenden Kühe, die die Beine weit von sich streckten und sich die angenehmen Sonnenstrahlen aufs Fell scheinen ließen. Aber kaum ließen sich die ersten sonnenhungrigen zweibeinigen Genießer blicken, war's mit der Ruhe für die Vierbeiner auch schon wieder vorbei.

Nach diesem humoristischen Empfang konnte man sich ein Bild über die Lachsproduktion im Connemara Smokehouse machen, durch das der Eigentümer Graham Roberts höchstpersönlich führte. Die Lachsräucherei wird seit 1979 als traditionelles Familienunternehmen betrieben. Qualität hat für Roberts höchste Priorität. Mittels äußerst umsichtiger und „natürlicher“ Produktionsprozesse (die Beigabe von Salz erfolgt hier erst nach dem Filettieren, Waschen und Kühlen in trockenem Zustand, um die Feuchtigkeit aus dem Fisch zu bringen und somit ohne das Verkaufsgewicht durch minderwertiges Wasser zu steigern) entstehen im Smokehouse Lachs- sowie Thunfischprodukte bester Qualität.


Galway


Ein kleiner Abstecher nach Galway, einer rund 67.000 Einwohner zählenden Stadt an der Westküste Irlands (am nordöstlichen Ufer der Galway Bay), die neben Dublin kulturell am meisten zu bieten hat, ließ lebendiges und buntes Treiben verspüren. Galway hat einen sehr hohen (jugendlichen!) Bevölkerungsanteil und ist (auch beim irischen Volk selbst) sehr beliebt. Folglich hat die Stadt auch einen starken Zuwachs an wirtschaftlicher und kultureller Bedeutung und ist neben Dublin in dieser Hinsicht die bedeutendste Stadt Irlands.





Die kleinen Gässchen der Innenstadt kochen vor lauter fidelem Straßenleben förmlich über.
Sehr reizvoll sind auch hier die Häuserfassaden, die eine ganz besondere Stimmung ausstrahlen.
Und was ein richtiger Irlandfan ist, der beweist das natürlich mit dem richtigen Outfit.



Tag 4: Burren / Cliffs of Moher


Burren


Die Burren („Burren" = „riesiger Stein“) im Südwesten Irlands umfassen ein Gebiet von etwa 270 Quadratkilometern und erinnern mit ihren einzigartigen Bodenformationen an eine „Mondlandschaft“. Oliver Cromwells Offiziere haben in diesem Zusammenhang den Spruch geprägt: „Zuwenig Bäume, um einen aufzuhängen, zuwenig Wasser, um einen zu ersäufen, zuwenig Erde, um einen zu verscharren.“ Auch wenn es eher karg aussieht, sind die Burren von vielfältigster Vegetation (der Frühlingsenzian gilt hier sozusagen als Wahrzeichen) durchzogen. Das Wasser fließt unterirdisch durch Gestein mit Spalten und Ritzen, was vor allem nach Regenfällen keine geringe Gefahr durch mögliche „Ausrutscher“ darstellt. Einst war in dieser Gegend der Beruf des Knocheneinrenkers (für Tiere) sehr beliebt. Keilgräber aus Megalith sind rund 4000 Jahre alt und erinnern von ihrem Aussehen her an eine Schachtel. In den Burren gibt es auch viele Höhlen und Dolinen.








Als „Dolmen“ werden andere megalithische (also steinerne) Gräber bezeichnet; das gerne besuchte Portalgrab in der Form eines Tisches, der zirka 2500 bis 2000 v. Chr. errichtete „Poulnabrone Dolm“, ist ein beliebtes Fotomotiv.


Cliffs of Moher


Nicht gerade höhenrekordverdächtig, aber umso beeindruckender präsentieren sich die majestätischen „Cliffs of Moher“ (irisch „Aillte an Mhothair“ = „Klippen der Ruine“), die sich vom Atlantischen Ozean bis zu 215 Metern erheben und sich über rund acht Kilometer Länge erstrecken. Sie gehören immerhin zu den höchsten Steilklippen Europas und liegen an der Südwestküste Irlands im County Clare. Bei „Hag’s Head“ am Südende ragen sie zirka 120 Meter aus dem atlantischen Ozean und erstrecken sich bis zu ihrer vollen Höhe (s.o.) bis nach Doolin.




Etwa auf halbem Weg liegt de von Sir Cornellius O’Brien im Jahre 1835 gegründete Wachturm („O’Briens Tower“). Bei guter Sicht sieht man von hier aus die Aran Islands und manchmal auch über die Galway Bay.

Neben dem imposanten Naturschauspiel sind die Klippen natürlich auch ein Paradies für Seevögel (Papageientaucher, Falken, Möwen, Krähenscharben usw.), die sich jährlich im Frühjahr hier niederlassen.





Auch unseren "Chefs" hat's vor der berauschenden Kulisse der Cliffs sehr gut gefallen.
Wagemutig haben sie sich sogleich in Pose geworfen, bevor die Wächter dies verhindern konnten...







Um Zeit, Nerven und Reifenprofil zu sparen, ging’s per Schiff ans andere Küstenende; die kurze Fahrt gab Chauffeur John und Reiseleiterin Karin Gelegenheit zum Verschnaufen und ließ Reiseteilnehmer beim gemütlichen Plauscherl Seeluft schnuppern.


Tag 5: Ring of Kerry


Ring of Kerry


Der so genannte „Ring of Kerry“ bezeichnet die Umfahrung der Iveragh-Halbinsel und gilt als absolutes Pflichtprogramm für Irland-Touristen; dementsprechend wälzen sich natürlich auf der relativ engen Straße auch die Autoschlangen, sodass vor allem Reisebussen geraten wird, nur in eine Richtung zu fahren. Die hier zu passierenden Ortschaften sind – in Ausnahme von Killarney – sehr kleine, verschlafene Nester, die die großen Touristenströme interessanterweise nicht nutzen.






Eine Stärkung mit Irish Coffee oder anderem im so genannten „Red Fox“ bringt dann doch das nötige Kleingeld in irische Kassen…



Das Klima ist hier im Südwesten Irlands – und damit auch am Ring of Kerry – vom Golfstrom beeinflusst und damit wesentlich milder. Demzufolge wird das Auge von einer beeindruckenden Pflanzenwelt verwöhnt; man fährt durch unvergleichliche, langgestreckte Fuchsienalleen, auch Hortensien, Rhododendren (die übrigens in Irland in den letzten Jahren mancherorts zu einem wuchernden Problem geworden sind), Mombrezien, ja sogar Palmen wachsen in dieser Gegend.


Hier sind nun endlich die im satten Grün weidenden Schafe! Schafe sind in Irland vorwiegend als Fleisch-
lieferanten ein Thema, die Wolle spielt eher keine Rolle; und erstaun-
licherweise kennen Iren keine Käsekultur, d.h. man findet keinen irischen Schafkäse höchstens in ausgesuchten Delikatessenläden.

Die Schafzucht in Irland läuft „so nebenher“, Bewunderung verdienen dabei auch die Border-Collies, die ab dem sechsten Lebensmonat für ca. eineinhalb Jahre trainiert werden. Sie reagieren auf die Kommandos vorwärts, rückwärts, links und rechts, die der Schäfer mittels Pfeife oder „mündlich“ weitergibt.





Landschaft, so weit das Auge reicht: Der Coomakista Pass (links) und sein Ausblick von Ladies View (rechts) lassen die Seele baumeln und verwöhnt die Sehnerven mit sattem Grün und Blau.



Auch diesen netten Zeitgenossen begegnet man bei der Fahrt am Ring of Kerry…


Killarney


Der Killarney-Nationalpark gilt mit einer Fläche von etwa 60 Quadratkilometern als größter von insgesamt sechs Nationalparks in Irland. Er grenzt an die Stadt Killarney in der Grafschaft Kerry und umfasst die drei Seen Lough Leane oder Unterer See, Muckross Lake und Upper Lake oder Oberer See. Insgesamt machen diese Seen eine Fläche von 22 Quadratkilometern aus.


Muckross House


Ein touristischer Mittelpunkt des Killarney-Nationalparks ist das Muckross House. Das 1843 nach Plänen des berühmten schottischen Architekten William Burn errichtete Herrenhaus der Familie Herbert, das später in den Besitz der Familie Bourn und 1932 mit dem gesamten Grundbesitz dem Staat vermacht wurde, liegt in malerischer Lage am Ufer des Muckross Lake, umgeben von gepflegtem Rasen, einem schönen Blumen- und einem Steingarten. Heute ist Muckross ein nicht auszulassendes Ausflugsziel, bei annehmbarem Wetter kann durchaus auch ein ganzer Tag mit Museumsbesuch, ausgedehnten Spaziergängen und Rast in den beeindruckenden Gartenanlagen dafür eingeplant werden.





Wie aus dem Bilderbuch: Die riesige Parkanlage und das beeindruckende Haus in Muckross präsentierten sich bei leuchtendem Sonnenschein und Herz und Seele wärmenden Temperaturen. Zurücklehnen – und schauen…





Tag 6: Dingle Halbinsel



Das bunte Fischerstädtchen, das auf irisch so viel wie „die Festung“ bedeutet, ist die westlichste Stadt Europas und gilt als wichtigster Fischereihafen Irlands.
Die Halbinsel selbst ist der nördlichste der fünf Finger an der Westküste Irlands. Der westliche Teil gehört zu den Gaeltracht-Gebieten, hier waren und sind viele (irischsprachige) Dichter und Schriftsteller beheimatet. Der berühmteste „Einheimische“ Dingles ist jedoch seit 1984 zweifelsohne der Delfin, der auf irisch „Fungie“ (übersetzt: „Pilzchen“) heißt.

Viele Besonderheiten gibt es bei der Fahrt entlang der Atlantikküste zu sehen:



... beispielsweise die beeindruckenden Bienenkorbhütten, die zirka im 5. bis ins 7. Jahrhundert hinein von Mönchen ohne jeglichen "Klebstoff" wie Mörtel oder Zement errichtet wurden...




...oder die steil abfallende Klippe Slea Head. Und natürlich auch wieder herrliches landschaftliches Farbenspiel in Grün und Blau…

Die Blasket Islands, eine Gruppe kleinerer Inseln vor der Spitze der Dingle Halbinsel, waren seinerzeit nur zum Teil (die fünf größeren von insgesamt zwölf Inseln) und sind heute gänzlich unbewohnt. Abenteuertouristen können einen kleinen Trip auf Selbstversorgerbasis machen. Bedeutend ist diese Gegend auch als Schauplatz für Filmproduktionen wie etwa „Ryans Tochter“ mit Robert Mitchum, ein Filmepos, das Ende der 1960er Jahre gedreht wurde, oder der in den 1990er Jahren produzierte Streifen „In einem fernen Land“ mit Tom Cruise und Nicole Kidman, der zum Teil auf der Dingle Halbinsel sowie auf den Blaskets gedreht wurde.




Der malerische Hafen Dingles (links) wetteifert mit seinem nicht minder reizenden Stadtkern (rechts), …




… wo sich (kulinarische) Fischliebhaber zu Hause fühlen können.




Gar nicht lange dauerte es dann bei einem Abstecher zum kilometerlangen Sandstrand Inch, bis die Beinhüllen fielen und man sich „eiskalt“ Wassergefechte lieferte; ein wahres Wunder für die Durchblutung!





Tag 7: Rock of Cashel / Dublin



Rock of Cashel






Rund zehn Kilometer nördlich von Cahir (Grafschaft Tipperary) gelegen, ist die 60 Meter auf einem Kalksteinfelsen thronende Anlage des Rock of Cashel ein einzigartiges Monument irischer Geschichte. Die Könige von Munster herrschten hier seit dem 4. Jahrhundert, im 11. Jahrhundert wurde der Besitz der Kirche vermacht. Die kleine Kirche „Cormac’s Chapel“ wurde 1127 von Cormac MacCarthaigh, Erzbischof von Cashel, errichtet und ist das älteste Bauwerk auf dem Rock of Cashel.




Der Heilige Patrick soll den geschichtsträchtigen Ort zum Bischofssitz gemacht und im Jahr 450 n. Chr. an dieser Stelle König Aengus getauft haben.
Einer Legende nach hat Patrick während der Zeremonie versehentlich seinen Bischofsstab in den Fuß von Aengus gerammt, was dieser für ein christliches Taufritual gehalten und mit Gleichmut über sich ergehen lassen habe.



Dublin


Zurück in Dublin, unserem Ausgangspunkt der Reise, stand nur mehr eines auf dem Programm, das keinesfalls als „Bildungslücke“ in die Geschichte der NEUES LAND-Leserreisen eingehen durfte:




... die Jameson Whiskey Distillery!



Die irische Whiskey-Marke Jameson wird heute auf der ganzen Welt verkauft. Ihre Wurzeln liegen jedoch nach wie vor in der kleinen Brennerei in der Bow Street (Smithfield Village), wo John Jameson das Unternehmen 1780 gründete. Bis 1971 wurde hier auch destilliert. Heute wird in Midleton produziert, ein Besuch der Schaubrennereien von Old Jameson zeigt jedoch einen Blick auf die Vergangenheit und Entwicklungsgeschichte des erfolgreichen Unternehmens sowie einen Streifzug durch die Kunst der irischen Whiskeybrennerei.

Jamesons Familienmotto „sine metu“ („ohne Furcht“) ist heute noch auf jeder Flasche Jameson aufgedruckt. Der Unternehmensgründer war ein Pionier auf seinem Gebiet, der sich nicht scheute, neue Wege zu gehen. Von Anfang an konzentrierte er sich auf die Qualität, die nicht zuletzt auch – neben feinsten Zutaten und besten Verfahren – im Zeitnehmen besteht.

Während der schottische Whiskey zwei Mal und der amerikanische Bourbon normalerweise gar nur ein Mal gebrannt wird, durchläuft der irische Whiskey, und damit auch Jameson, weltweit als einziger drei separate Destillationen. Durch dieses Verfahren, das zugleich das Herzstück der Whiskeyproduktion ist, wird der Alkohol vom Wasser getrennt. Und mit jedem Brennvorgang wird eine höhere, weichere Qualität erreicht.

Und hier durfte natürlich auch eine eingehende, professionelle Verkostung nicht zu kurz kommen!




Da bleibt nur mehr zu sagen: „Slainte!“, was soviel wie „Prost!“ (im Sinne von „Gesundheit!“) ausdrückt.




Viele Reiseteilnehmer waren glücklich, die Irland-Tour als besonderes Geschenk zu Weihnachten, zum (runden) Geburtstag oder zum Hochzeitstag bekommen zu haben. Und diesen unseren „Glückskindern“ wurde natürlich am letzten Abend nach einem schwungvollen „Tost“ (wie es in Irland heißt) von Chefredakteur Hans Putzer – der übrigens ebenfalls im August einen „Runden“ gefeiert hat – noch einmal kräftig gratuliert!


Tag 8: Heimflug



Der letzte Tag der Reise war nur mehr dem Rückflug vorbehalten. Bereits in aller Frühe ging’s zum Flughafen, und man durfte sich aufs Heimkommen freuen.



Verabschieden mussten wir uns auch von John und Karin, die uns die ganze Woche über sicher und selbstbewusst kreuz und quer durch irische Lande geführt haben...


An dieser Stelle bleibt nur mehr zu sagen: Toll war’s, einzigartig war die Reisegruppe, die keinerlei Missstimmung oder unzufriedene Gesichter aufkommen ließ und offen war für allerlei Neues! Ein ganz großes Danke dafür!

Und zu danken ist natürlich vor allem auch unserem verlässlichen Reisepartner - dem Steirischen Raiffeisen Reisebüro -, ohne den unsere NEUES LAND-Leserreisen nicht möglich wären.


Das war's also mit dem rekordhaften irischen Leserreisen-Marathon 2007...





Viele schöne Erinnerungen, Bilder und auch Freundschaften haben bewiesen, wie wertvoll es ist, miteinander unterwegs zu sein und werden bei vielen noch lange nachwirken!

Wir freuen uns schon auf 2008!!!


Fotos: Brandstätter, Maier
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