Da Kindersegn


Von Gertraud Erregger

Wia's aufm Laond draußt meistens is,
da Kindersegn bleibb ollwal gwiss,
bold ah die Oarbat glaongg für d'Leut
iad's Kindl bringg a großi Freud.

Da Sepplbauer hint im Grobm
tuat siebm sou kloani Gschrapperln hobm,
dem glaongert wuhl der Kindersegn,
er z'martert sih frei 's Hirn deswegen!

Bam Roatn nocha follt iahm ein
und moant däis kunnt es Rechti sein -
im Dochboudn schlogg er d'Bettstott auf,
für sou a Hülf nimmst olls in Kauf.

Sei' Weiberl hot a Einsehgn ghobb,
leicht ghulfn, denkt sie waonn dos klopp -
ih schlof heut ah im Dochbodn oubm
und z'Nachtn is da Storch schoun gflougn!

Wann's zwölfe schlagt


Von Maria Reichmann

Wann's zwölfe schlagt,
die Stundn jagt,
die Zeit vertragt,
du wirst nit gfragt.

Wann's zwölfe schlagt,
du hast dih plagt,
goa vüles gwagt,
woarstd' ouft verzagt.

Wann's zwölfe schlagt,
du hast nit klagt,
ah dih nit gfragt,
wia ouft's noch schlagt.

Wann's zwölfe schlagt,
du bist betagt,
wirst nit mehr gfragt,
hast Dankschön gsagt?


Paradiesische Freiheit


Von Maria Magdalena Höfler

Wia a Liachttropfn is da sölbige Summatog in mein Kopf hängenbliebm. Am spotn Vormittog woa's. Ih hon noch da Grillparty mein Goartn zsommgräumt und ban Fuchsienstock a holbvolls Weinglasl gsehn. Mein Gott - schütt ih mar den Wein wirklih übers gonze Gwond. Rotwein ah noh! Schnöll renn ih eini, reiß mar de nossn Zottn owa und schiab s' in d' Woschmaschin. Kriagast jo de Fleckn net mehr außa, wenn s' antrocknen.
Und aft hot des verflixte Handy am Goartntisch draußt gläut't! Ih bin budlnockat außighuscht. In Nochbarn seine hochn Thujen lossn eh koan Blick durch. Owa die Barbara redt ollweil so long, dass ih mih derweil a weng ins Gros glegt hon.
A bissl a Bräune rundum könnt net schodn, hon ih denkt. Neambd siacht eina und neambd schaut zua und in den Hubschrauber do obm kennt mih ah koaner.
Heut steht a fremder Maunn vor da Tüar und sogt: "Wir haben uns erlaubt, ihr Haus zu fotografieren. Sehen sie die wundervollen Bilder - wenn sie eines kaufen möchten...?"
Unser Haus is drauf, in Nochbarn seins danebm, zwischn da Goartn, die Bam - jessas - und ih im Gros ban Telefoniern!
"Danke, danke", sog ih gschwind und wüll die Tüar gleih wieder zuaziagn.
"Sie wolln kein Bild von ihrem Haus?" redt mar da Fotograf gschwind nochi. "Da ist ihr Nachbar neben nicht so! Der hat genau von diesem Exemplar eine extra große Ausführung bestellt!"


Sänger- und Musikantentreffen


Von Monika Jöbstl

Zaummstehn und singen,
Instrumente die klingen,
Seelen die schwingen
von da Musik in uns drinnen.

Melodien fürs Herz,
a Liad gegn den Schmerz,
egal welche Terz,
olls ziacht himmelwärts.

Freundschoften werdn gründet,
wenn ma zaumman sich findet
und a Botschoft verkündet:
Musik verbindet!

Der Krokus


Von Gerda Kaufmann

Ein Krokus
tief in seiner Zwiebel schlif,
träumte von Sonnenschein,
von Wärme, Glück.
Er reckte, streckte sich,
drängte sich durch
Dunkelheit empor zum Licht.

Langsam, langsam und ganz sacht
öffnete er sein Blütenkleid.
Da küsste ihn ein Sonnenstrahl.
Wachte er? Träumte er?
Der Krokus wusste nicht
wie ihm geschah.


Rettender Einfall


Von Cäcilia Oberhofer

Mein Großvater war um 1900 Kutscher bei der Post in Mooskirchen. als solcher hatte er die Aufgabe morgens die Post und Pakete vom Zug in Söding zu holen und am Abend wieder die gesamte Post zum Bahnhof zu bringen. Es gab damals auf dieser Strecke außer der Kollermühle kein Haus.
So kam es auch damals schon in der finsteren Jahreszeit manchmal zu einem Überfall. So wurde auch Hans, mein Großvater abends plötzlich attackiert. Ein Maskierter sprang zu ihm auf den Kutschbock und verlangte das Geld. Hans hatte eines Geistesblitz!
Er griff in die Tasche und hielt ihm verkehrt die Pfeife hin. Im fahlen Licht glänzte das Pfeifenröhrl. Der Räuber glaubte, es sei eine Pistole und nahm reißaus. Noch einmal gut gegangen.


Mei' Dichterlesung


Von Sepp Maier

Ih hob za meiner Frau heit gsogt,
dass ih a Dichterlesung hob
und dass's ma aonsteht, gonz alloan
in d'Kalchberggossn owi z'fohrn.
"Fohr mit mit mir", sou bettl ih,
"wirst sehgn, heit les' ih nur für dih."
"Tua net sou schworzmoln", redt sie her,
"vielleicht kimmt dou ah sunst nou wer!"

Eurofighter


Von Heinz Mahr

Gor koana kaunn den Flieger bremsn,
schiaßt glei außi über d'Grenzen.
Do muaßt a kloana Cowboy sein,
mit Lasso fangstd' den Fliega ein.
In Zeltweg werdn die Herrn varwöhnt,
se feiern hoch, der Fighter dröhnt.
Und die Moral is van den Gschoß,
de Höllnmaschin kriagst niamma los.



... und noch viele weitere ernste sowie heitere Schmankerln zu allen möglichen Themen, zum Jahreslauf,
in gereimter Form sowie in erzählender Prosa warten im Buch auf Sie!
Viel Spaß beim Lesen!

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